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Linkshänder Onlineshop

Linkshändig? Rat und Information, Tips und Adressen

Auszug aus dem Vorwort von Frau Dr. J. B. Sattler

Ist Linkshändigkeit ein Makel oder ein Fehler, der möglichst früh zu ändern ist, oder ist Linkshändigkeit eine Gabe Gottes, die dem Menschen zu besonderen Fähigkeiten verhilft?

Händigkeit ist Ausdruck einer bestimmten
Betonung im menschlichen Gehirn, und so führt eine Beeinflussung des Gebrauchs der dominanten Hand auch oft zu massiven Störungen im Gehirn.

Das bedeutet, dass ein Linkshänder nicht auf den Gebrauch der rechten Hand umgestellt werden darf (und ein Rechtshänder nicht auf den der linken - aber dazu kommt es relativ selten, wie z. B. bei Unfallfolgen), denn diese Umstellung ist einer der massivsten unblutigen Eingriffe in das menschliche Gehirn mit den verschiedensten Primär- und Sekundärfolgen.

Zu den Primärfolgen gehören Konzentrationsstörungen (schnelle Ermüdbarkeit), Gedächtnisstörungen, Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten, Sprachstörungen bis hin zum Stottern sowie feinmotorische Störungen.

Aus den Primärstörungen entwickeln sich dann häufig Sekundärfolgen wie Minderwertigkeitsgefühle, Rückzugstendenzen, bei Kindern "Kasperletheater-Spielen", Nägelkauen und Bettnässsen, des weiteren Überkompensation und neurotische und psychosomatische Erscheinungen bis ins Erwachsenenalter.

Ein Linkshänder hingegen, der sich frei entfalten darf und seine dominante Hand für alle wesentlichen Tätigkeiten benutzt, muss nicht mit diesen Schwierigkeiten kämpfen (außer sie haben eine andere Ursache, wie z. B. vor- oder nachgeburtliche leichte cerebrale Störungen).

Man sollte eigentlich annehmen, dass in unserer aufgeklärten Zeit, wo der Schutz des Kindes sehr ernst genommen wird, Versuche, ein linkshändiges Kind auf die rechte Hand umzustellen, schon lange nicht mehr unternommen werden. Das ist aber leider nicht so, und es ist sicher einer der größten Fehlschlüsse heutiger Pädagogen und Politiker, wenn sie meinen, alles sei hier in bester Ordnung.

Linkshändig?
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Art-Nr: lnk05-10016-01
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Machen Sie alles "mit links"? Dieser sehr praxisbezogene Ratgeber zeigt, welche Hindernisse sich dem Linkshänder zu Hause, in der Schule und im Beruf in den Weg stellen und wie die alltäglichen Probleme, die Linkshänder oft haben, durchaus zu lösen sind. Der Band, entstanden in enger Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder in München, erläutert ausführlich den grundlegenden Unterschied zwischen den auf Rechtshändigkeit umgeschulten Linkshändern und den nicht umgeschulten Linkshändern. Er zeigt, wie man testen kann, ob ein Kind linkshändig ist und wie man es (zum Beispiel beim Schreibenlernen) fördern kann. Alle wichtigen Test- und Fördermethoden werden ausführlich dargestellt. Darüber hinaus werden viele praktische Hilfen gegeben sowie eine Menge Gebrauchsgegenstände für Linkshänder vorgestellt: zum Beispiel Schere, Dosenöffner, Taschenmesser, Korkenzieher, Lineal oder Bügeleisen. Mit zahlreichen Abbildungen und Fallbeispielen aus der Praxis sowie einem großen Adressenverzeichnis von Linkshänderläden und Kinkshändervereinigungen.
Rolf W. Meyer ist Gymnasiallehrer und Verfasser von Schul- und Sachbüchern. Das vorliegende Buch entstand aus der Erfahrung im täglichen Umgang mit Linkshändern.
Kapitel II: Händigkeit und Hirndominanz Die Hand ist das äußere Gehirn des Menschen. (Immanuel Kant, 1724-1804, Philosoph) Bereits Platon (427-347 v. Chr.)hat sich Gedanken über die Händigkeit des Menschen gemacht ("Die Naturgemäßheit des gleichen Gebrauchs beider Hände"), wobei er in diesem Zusammenhang zu folgender Erkenntnis gelangt: "Dass bei uns die rechte und die linke Seite von Natur für den Gebrauch zu allen Verrichtungen in bezug auf die Hände verschieden sei, während doch bei den Leistungen der Füße und unteren Gliedmaßen kein Unterschied sich zeigt; hinsichtlich der Hände aber sind wir alle durch den Unverstand der Mütter und Wärterinnen gewissermaßen erlahmt. Während nämlich die natürliche Beschaffenheit der beiderseitigen Glieder sich ziemlich die Waage hält, haben wir selbst, durch die Gewohnheit eines nicht richtigen Gebrauchs, ihre Verschiedenheit bewirkt." (Platon: Momoi, VII. Buch, Kapitel 5) Offensichtlich tritt der große Philosoph als Verfechter einer gleichmäßigen Schulung beider Hände auf. Was er zu seiner Zeit jedoch nicht wissen konnte, ist die Tatsache, dass die Händigkeit eines Menschen davon abhängt, inwieweit die Funktionen und die Leistungsfähigkeit zwischen der linken und der rechten Gehirnhemisphäre verteilt sind. Dabei bezieht sich die Überlegenheit einer Gehirnhemisphäre aber nicht nur auf motorische Funktionen, sondern ist auch Grundlage besonderer Begabungen und des Bewusstseins.